Initiative ELEKTRO+

Energieeffizienz

Heute unverzichtbar: Elektroinstallation und Energieeffizienz

Die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zur Gebäudeenergieeffizienz spielen heute bei der technischen Gebäudeausstattung eine große Rolle. Die Elektroinstallation hat heute bereits erheblichen Anteil an der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen, dadurch dass durch den Einsatz moderner Steuerungen der Energieverbrauch in Gebäuden optimiert und im Sinne der Energieeffizienz beeinflusst wird.

Die Norm DIN 18015 gibt bereits sehr konkrete Hinweise für die Planung der Elektroinstallation in Wohngebäuden unter dem Gesichtpunkt der Energieeffizienz.

Unter „Energieeffizienz“ wird dabei die Energienutzung unter bester Ausnutzung der Primärenergiequellen (Ressourcen) verstanden, aber auch die Energienutzung zu Zeitpunkten, wo Energie besonders umweltfreundlich und ressourcenschonend möglich ist, nämlich dann, wenn Energie aus Sonne, Wind oder Wasserkraft erzeugt werden kann.

Energieeffizienz lässt sich auf der Elektroseite prinzipiell auf drei Arten erreichen:

  • durch Einsatz moderner und energieeffizienter Verbrauchsmittel, z.B. Elektrogeräte mit hoher Energieeffizienzklasse (Kühlschrank);
  • durch vernünftigen und optimierten Betrieb der elektrischen Anlage und Verbrauchsmittel, z.B. weitestgehende Vermeidung von Stand-by-Betrieb, Schalten durch Präsenzmelder oder durch intelligente Lichtsteuerung;
  • durch Verlagerung des Stromverbrauchs mit dem Ziel der Glättung des Tageslastganges und Nutzung von umweltfreundlich erzeugter Energie.

Die letztgenannte der drei Maßnahmen spart nicht unbedingt und direkt Energie, jedoch können durch Verlagerung des Stromverbrauchs – das bedeutet die Glättung von über den Tag verteilten Leistungsspitzen - in sogenannte lastschwache Zeiten, Netz- und Erzeugungskapazitäten wirtschaftlicher und umweltfreundlicher genutzt werden und der Zubau neuer Einheiten kann zeitlich gestreckt werden.

Der im Sinne der Energieeffizienz optimierte Betrieb der elektrischen Anlage lässt sich ausgehend von den Informationen des vom Gesetzgeber inzwischen verlangten elektronischen Elektrizitätszählers mit heute verfügbaren Techniken nutzen wenn die Elektroinstallation einige Mindestvoraussetzungen erfüllt:

  • Zählerplätze müssen den Anforderungen für den Einsatz von modernen elektronischen Elektrizitätszählern und zugehöriger Kommunikationstechnik genügen
  • Stromkreisverteiler sollten genügend Reserveplatz besitzen, damit der ggf. spätere Einbau von Steuereinrichtungen zur Beeinflussung des Betriebes und Stromverbrauchs möglich ist;
  • einzelnen Nutzungsbereichen werden eigene Stromkreise zugeordnet, damit eine zentrale Beeinflussung und Steuerung dieser Bereiche möglich ist;
  • leistungs- und verbrauchsintensive Elektrogeräte erhalten einen eigenen Stromkreis (das fordert DIN 18015 bereits);
  • die einfache Nachrüstung von künftig notwendigen Mess-, Steuer- und Regelungssystemen sollte möglich sein, z.B. durch Installation von Elektroinstallationsrohren;
  • und schließlich schafft intelligente Gebäudesystemtechnik einen hohen Mehrwert in Bezug auf Gebrauchstauglichkeit und ermöglicht energieeffizienten Betrieb durch automatische Steuerung von elektrischen Anlagen und Verbrauchsmitteln, beispielsweise mit Gebäudesystemtechnik.

Mit Hilfe heute bereits vorhandener und einsetzbarer Technik ist ohne weiteres die Umsetzung folgender Maßnahmen, die den energieeffizienten Betrieb des Gebäudes fördern, in verschiedenen Energieanwendungsbereichen möglich:

Anwendungsbereich: Beleuchtung

  • Bewegungsmelder und Präsenzmelder schalten die Beleuchtung in Fluren, Dielen, Treppenhäusern nur dann, wenn Personen sich dort aufhalten.
  • Gedimmte Lampen sparen Energie und haben eine längere Lebensdauer.
  • Energieeffiziente Lampen reduzieren den Energieverbrauch bei vergleichbarer Lichtausbeute.

Anwendungsbereich: Heizung

  • Einzelraumregelung in Verbindung mit Präsenzmeldern und Fensterkontakten regelt die Heizenergie raumbezogen und bedarfsgerecht.
  • Automatisierter Sonnenschutz oder intelligente Rollladensteuerung sorgt dafür, dass Sonne den Raum bedarfsgerecht erwärmt bzw. Kälte (z.B. nachts) nicht über die Fensterflächen in den Raum eindringt.

Anwendungsbereich: Verbrauchsmittel

  • Durch schaltbare Steckdosen lassen sich Verbrauchsmittel von der Versorgungsspannung trennen. Bereitschaftsverluste (Standby) werden somit vermieden.

Und zum Schluss noch ein Hinweis: Bei Vernetzung der genannten Anwendungsbereiche durch eine Gebäudesystemtechnik lassen sich weitere Funktionen zur Reduzierung des Energieverbrauchs verwirklichen (siehe DIN 18015-2:2010-11 und DIN 18015-4:2010-11).

  • Vorschau

    Bild: Zählerschrank mit modernen elektronischen Elektrizitätszählern und zugehöriger Kommunikationstechnik.

  • Vorschau

    Bild: Schalten der Beleuchtung durch Bewegungsmelder.