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Licht- und Beleuchtung

Allgemeines

Eine gute Innenraumbeleuchtung hilft bei der visuellen Orientierung und unterstützt den biologischen Tagesablauf. Insbesondere für ältere und mobilitätseingeschränkte Personen kommt einer solchen Beleuchtung hohe Bedeutung zu, da sie sich meist in den Innenräumen und weniger außerhalb der Wohnung aufhalten. Die Wahl der entsprechenden Lichtfarbe (Farbtemperatur) wirkt unterstützend bei verschiedenen Sehaufgaben. Eine hochwertige Beleuchtung mit guten Farbwiedergabeeigenschaften hilft Menschen im Alter bei nachlassenden Seheigenschaften sich in ihrem Wohnumfeld zu orientieren und auch Details leichter wahrzunehmen. Durch ausreichend helle, dabei aber blend- und schattenfreie Beleuchtung werden Stolperstellen besser erkannt. Das Hervorheben von Kontrasten spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Unterstützung des menschlichen Biorhythmusses durch beleuchtungstechnische Lösungen, die dem natürlichen Tageslicht möglichst nahekommen, wird erreicht durch

  • großflächige Leuchten oder durch große beleuchtete helle Flächen,
  • blendfreie Leuchten mit direkter und indirekter Lichtabstrahlung sowie
  • Raumbegrenzungen durch reflektierende und helle Flächen an Wänden und Decken.

Schatten, Spiegelungen, starke Hell-Dunkel-Übergänge und sogenannte „überholende Schatten“, die insbesondere demenzerkrankte Menschen irritieren, führen zu Sehschwierigkeiten und Fehlinterpretationen.

Orientierung durch Kontraste für Menschen mit Demenzerkrankung, © HEWI

Die Richtlinie VDI/VDE 6008–3 empfiehlt in Wohnbereichen die in der Tabelle oben genannten Beleuchtungsstärken für barrierefreie Beleuchtungen.

Beleuchtungsanforderungen nach Wohnbereichen

In der Küche ist darauf zu achten, dass absenkbare Arbeitsflächen und Küchenschränke nicht dazu führen, dass sich das das Beleuchtungsniveau verschlechtert.

Im Bad sollten die Dusch- und Wannenbereiche ausreichend hell beleuchtet sein. Insbesondere dürfen Duschabtrennungen und Wannenbegrenzungen keinen starken Schattenwurf produzieren.

Im Wohnzimmer muss die Beleuchtung so ausgeführt sein, dass Hindernisse erkannt werden und eine Orientierung auch bei eingeschränkter Sehfähigkeit leicht möglich ist.

Hilfreich ist im Wohnbereich auch das Abrufen voreingestellter Lichtszenen. Diese Möglichkeit bietet sich, wenn eine Gebäudeautomation installiert ist. Insbesondere in ihrer Beweglichkeit eingeschränkte Personen erleichtert die Möglichkeit voreingestellte Szenen (z. B. Allgemeinbeleuchtung, Fernsehlicht, Esstischbeleuchtung u. ä.) per Knopfdruck auf einer Fernbedienung abzurufen, den Alltag.

Für mehr Komfort sorgt eine den Bettplätzen zugeordnete Lesebeleuchtung. Die Leseleuchten sollen so installiert sein, dass das Licht schräg von hinten über die Schulter auf die Lektüre fällt.

Abrufen von Lichtszenen per Fernbedienung, © Philips

Im Pflegefall ist eine ausreichende Beleuchtung der Bettplätze wichtig. Es wird deshalb geraten, die Elektroinstallation im AAL- Umfeld schon gleich für diesen Fall vorzubereiten. So kann bei Bedarf ohne großen Aufwand eine ausreichende Beleuchtung über dem Pflegebett eingerichtet werden.

Die Beleuchtung eines Arbeitszimmers oder Hobbyraums muss sich an der Art der Tätigkeit orientieren. Der Arbeitsplatz ist so zu gestalten, dass störende Blendwirkungen oder Spiegelungen auf dem Bildschirm und den sonstigen Arbeitsmitteln vermieden werden. Bezüglich der Arbeitsflächen gelten die Festlegungen wie für Küchen.

Der Eingangsbereich einer Wohnung sollte so ausgeleuchtet sein, dass eintretende Personen gut erkannt werden. Auch das Schließsystem muss gut beleuchtet und möglichst frei von eigenem Schattenwurf sein.

In Fluren ist eine übermäßige Hell-Dunkel-Differenz zu angrenzenden Wohnbereichen zu vermeiden. Durch Präsenz- oder Bewegungsmelder wird die Flurbeleuchtung automatisch aktiviert. Die Gebäudesystemtechnik bietet hier eine Vielzahl von Möglichkeiten, z. B. eine automatische Anpassung der Beleuchtungsstärke an Tages- und Nachtzeiten.

Im Treppenbereich muss eine schattenfreie Beleuchtung der Treppenstufen sichergestellt sein. Stufenkanten sollen gut erkennbar und deshalb lichttechnisch betont sein. Dies kann zum Beispiel durch seitliche Wandeinbauleuchten oder auch durch im Handlauf integrierte nach unten strahlende Leuchten erfolgen.

E | Handwerk

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