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Arten und Einsatz von Erdern

Es gibt verschiedene Arten von Erdern:

  • Natürliche Erder sind Gebäudeteile oder metallene, elektrisch leitende Körper, die großflächig mit dem Erdreich in Verbindung stehen, z. B. Gebäudefundamente, Konstruktionsteile aus Stahl, Rohrleitungen.
  • Oberflächenerder sind Erder, die strahlen-, ring- oder maschenförmig, aus Rund- oder Bandstahl bestehend, im Allgemeinen in einer Tiefe von mind. 0,8 m oder höher (je nach örtlicher Frosttiefe) im Erdreich eingebracht werden, z. B. Ringerder.
  • Tiefenerder sind Erder aus Rundstahl, die im Allgemeinen senkrecht in größere Tiefen in das Erdreich eingebracht werden.
  • Fundamenterder werden in das Betonfundament eingebettet und stehen deshalb mit der Erde großflächig in Berührung. Sie bestehen aus Rund- oder Bandstahl. Nach DIN VDE 0100–540 kann der Fundamenterder bei bestimmten baulichen Gegebenheiten auch außerhalb des Gebäudefundamentes angeordnet sein. Dieser Erder wird in DIN 18014 als Ringerder  bezeichnet.

Die Zuverlässigkeit der Erdungsanlage darf nicht von anderen Systemen im Gebäude abhängen. Metallene Wasser- und Gasversorgungssysteme sind deshalb als Erder nicht zugelassen. Bei felsigem oder steinigem Untergrund kann der Einsatz von Tiefenerdern problematisch sein. Hier werden dann Oberflächenerder oder Fundamenterder eingesetzt. Oberflächenerder aus Rund- oder Bandstahl können im sogenannten Arbeitsraum rund um das Gebäude direkt in die Erde eingebracht werden. Selbst bei Verwendung von feuerverzinktem Stahl unterliegt dieser dann jedoch, je nach Erdreich und Bebauung, einer mehr oder weniger starken Korrosion. Deshalb ist für die direkte Einbettung von Erdern aus Stahl im Erdreich ausnahmslos nicht rostender Stahl zu verwenden (z. B. V4A, Werkstoffnummer 1.4571 oder 1.4404).

Für Neubauten ist ein Fundamenterder hervorragend geeignet, da für ihn praktisch keine zusätzlichen Erdarbeiten notwendig sind. Außerdem ist der Fundamenterder aufgrund seiner Einbettung in Beton sehr gut gegen Korrosion geschützt. Seine Anwendung ist deshalb sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht vorteilhaft. In den DIN-Planungsnormen, den Technischen Anschlussbedingungen der Netzbetreiber und der DIN VDE 0100–540 ist er für Neubauten gefordert. Seine Ausführung ist in DIN 18014 genormt.

Der Fundamenterder kann für mehrere Erdungsaufgaben herangezogen werden, und zwar als

  • Anlagenerder für die Schutzmaßnahme gegen elektrischen Schlag (im Netzsystem TT),
  • Erder für den Blitz- und Überspannungsschutz,
  • Erder für die Kommunikationsanlage,
  • Erder für die Antennenanlage.

Aufgrund der Verschiedenheit dieser Aufgaben muss die Planung des Fundamenterders frühzeitig erfolgen. Nur so können die verschiedenen Anforderungen für das Blitzschutzsystem, für die informationstechnischen Anlagen und für den Potentialausgleich abgestimmt und berücksichtigt werden. Wird in einem Gebäude eine Transformatorstation errichtet, müssen die Querschnitte der Erder an die möglicherweise zu erwartenden hohen Erdfehlerströme angepasst werden. Die Dimensionierung der Erdungsanlage ist dann nach DIN VDE 0101 vorzunehmen.

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