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Renovierungstipps für das Haus

Genügend Steckdosen, Schalter und Beleuchtungsanschlüsse

Unabhängig von den Steckdosen bei den bereits genannten Anwendungen, wird auch eine Grundausstattung an Steckdosen benötigt. Denken Sie dabei daran, dass durch Ummöblierung oftmals auch Steckdosen nicht mehr nutzbar sind. Da die Zahl der Hausgeräte auch in Zukunft steigen wird, sollten Sie eine gewisse Reserve an Steckdosen einplanen, um flexibel zu sein. Alle Steckdosen müssen heute zusätzlich mit FI-Schutzschaltern geschützt sein. Das ist bei der Modernisierung der Elektroinstallation zu beachten.

Beleuchtungsanschlüsse und Schaltstellen sind in nutzungsgerechter räumlicher Verteilung anzuordnen. Dabei ist jedem Raumzugang eine Schaltstelle zu zuordnen. Bei Räumen mit mehr als einem Zugang muss mindestens ein Beleuchtungsauslass von jedem Zugang geschaltet werden können.

Tipp

Lassen Sie Wandleuchten-Anschlussdosen installieren, damit haben Sie eine hohe Flexibilität bei der Lichtgestaltung. Nicht genutzte Beleuchtungsanschlüsse verschwinden hinter einem Deckel in der Wand. Sie haben aber immer die Möglichkeit den Anschlusspunkt zu nutzen.

Licht erzeugt ein Wohnambiente. Sparen Sie nicht an Beleuchtungsanschlüsse, denn nur wenn eine ausreichende Zahl an Auslässen installiert ist und diese an den richtigen Stellen der Wand oder Decke platziert sind, können Sie mit Licht Ihren Wohnraum gestalten. Die Platzierung der Beleuchtungsanschlüsse und der Steckdosen richtet sich nach der geplanten Möblierung.

Hauskommunikation, Telefon, Internet und TV

Haben Sie sich schon mal geärgert, dass Sie nicht wussten, wer an Ihrer Haustür klingelt?

Mit einer Gegensprechanlage, gegebenenfalls mit Bildübertragung wissen Sie immer ganz genau, wer vor Ihrer Tür steht. Für die Bildübertragung werden üblicherweise eine Kamera im Außenbereich und ein Monitor im Innenbereich angebracht. Es ist aber auch möglich, das Bild von der Kamera direkt auf den Fernseher zu übertragen. Alternativ kann die vorhandene Telefonanlage in die Hauskommunikation integriert werden. Die Rufannahme und die Ansteuerung des Türöffners ist dann über das Festnetz- oder Mobiltelefon möglich.

  • Sie haben nur ein Telefon in Ihrer Wohnung?
  • Sie haben sich bisher mit schnurlosen Telefonen beholfen?
  • Sie haben den Internetanschluss nicht überall da, wo ihn die Familienmitglieder benötigen?
© jung.de

Unter dem Motto: „Heute schon an Morgen denken“ sollten Räume mit Anschlüssen für Fernseher, Telefon und Datenkommunikation (Internet) ausgestattet werden. Der Computer wird nicht nur zum Spielen genutzt. Internetrecherchen oder die Nutzung des PC zur Erledigung der Hausaufgaben sind nicht mehr wegzudenken. Planen Sie für eine Nachinstallation der Anschlusseinrichtungen die notwendigen Elektroinstallationsrohre ein!

Gefahrenmeldeanlage, Rauchmelder, Wassermelder

Dazu gehören einerseits die Einbruchmeldeanlagen und anderseits die Warnanlagen für Feuer, Rauchentwicklung, Gas- und Wasseraustritt. So sind bereits in einigen Bundesländern Rauchmelder vorgeschrieben – und das aus gutem Grund. Vor einem Brand entwickelt sich schnell lebensbedrohlicher Rauch, der insbesondere im Schlaf oft nicht bemerkt wird.

Leckagemelder verhindern durch frühzeitiges Melden eines Wasseraustritts erhebliche Gebäudeschäden. Sie gewährleisten eine flächendeckende Erfassung, mit der sowohl schlagartige als auch schleichende Feuchtigkeitsbildung erkannt werden kann.

Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder

Bleibt es bei Ihnen nachts ums Haus herum dunkel?

Eine Außenbeleuchtung für den Garten oder den Weg zum Haus lässt Ihr Haus und Grundstück erstrahlen. Zur Ansteuerung eignen sich Bewegungsmelder, die helligkeitsabhängig einschalten und zeitgesteuert wieder ausschalten. So ist Ihr Zugang immer gut beleuchtet.

Auch wenn sich nachts jemand Ihrem Haus unberechtigter Weise nähert, wird automatisch das Licht eingeschaltet, so dass sich niemand im Dunkeln an Ihrem Haus zuschaffen machen kann. Denken Sie auch an die Beleuchtung der Hausnummer, damit Arzt oder Rettungsdienst schnell zu Ihnen finden.

Jalousie-/Rollladensteuerung

Hat Ihr Haus Jalousien, Rollläden, Markisen oder wollen Sie diese nachrüsten? Wenn Sie mehrere und große Fensterflächen haben – wie im Wohnzimmer häufig üblich – denken Sie an elektrische Rollladen- bzw. Jalousieantriebe. Alle Rollläden/Jalousien/Markisen können einzeln oder zentral gesteuert werden. Dabei sind auch zeit-, sonnen- und windabhängige Steuerungen z. B. über KNX-Bussystem möglich. Bei der Nachrüstung bietet sich auch eine funkbasierte Steuerung an.

Gebäudesystemtechnik

Sie wünschen sich hohen Komfort und Flexibilität? Dann vernetzen Sie Ihre Rollladensteuerung oder Ihre Gefahrenmeldeanlage mit einer intelligenten Gebäudesteuerung (Gebäudesystemtechnik, z.B. KNX). Elektrisch angetriebene Jalousien und Rollläden werden von einem speziellen Taster direkt neben dem Fenster oder der Terrassentür gesteuert. Der gleiche Taster kann aber auch alle Rollläden eines Raums verfahren und Lichtszenen im Raum steuern. Es ist auch möglich, mit einem solchen Taster neben dem Bett im Schlafzimmer alle Rollläden des Hauses zentral zu öffnen oder zu schließen.

Tipp

Lassen Sie im Zuge der Modernisierung zumindest die elektrischen Zuleitungen für die Versorgung von Rollladen- und Jalousieantrieben installieren oder sehen Sie ein Installationsrohr vor. Nur dann erhalten Sie sich die Option, eine Rollladen- und Jalousiesteuerung später nachzurüsten.

Gerade bei hoher Funktionalität Ihrer Elektroanlage werden mit Gebäudesystemtechnik weniger Leitungen benötigt und der Installationsaufwand gegenüber konventionellen Lösungen ist damit geringer.

Die nachfolgenden Beispiele zeigen zusätzliche Funktionen, die mit einer Gebäudesystemtechnik genutzt werden können:

  • bedarfsgerechte Beleuchtung der Räume über einen Bewegungs-/Präsenzmelder
  • Steuerung der Heizung in den Absenkbetrieb bei geöffnetem Fenster
  • Zentralschaltung aller Leuchten (alles aus) beim Verlassen des Hauses
  • Fernsteuerung der Elektroanlage über das Telefon (Handy)
  • Anwesenheitssimulation durch unregelmäßiges Einschalten der Beleuchtung im Urlaub
  • Panikschaltung, bei Einbruchalarm werden alle Leuchten eingeschaltet und die Rollläden fahren hoch.
@ Busch-Jaeger

Die Gebäudesystemtechnik ist die ideale Lösung, um bedarfsgerechtes, energiesparendes Wohnen, verbunden mit hoher Flexibilität und großem Wohnkomfort zu realisieren.

Blitz- und Überspannungsschutz

Hat sich die Versicherungssumme Ihrer Hausratversicherung erhöht, weil der Wert Ihres Hausrates gestiegen ist? Einen wesentlichen Teil des Hausrates stellen die Elektrogeräte dar. Diese Geräte sind durch steigenden Anteil an Elektronik erheblich empfindlicher gegen Überspannung geworden. Überspannungen entstehen zum einen durch Blitzeinschläge in Gebäude oder in Versorgungsleitungen, jedoch viel häufiger durch Schalthandlungen, z. B. dem Ausschalten von leistungsstarken Elektrogeräten oder dem Auslösen einer Sicherung.

Ihr Wohnkomfort hängt maßgeblich von der Funktion der Elektrogeräte ab. Durch den Einbau von Überspannungsschutzgeräten sorgen Sie für die dauerhafte Verfügbarkeit.

Die Grundausstattung besteht aus mindestens zwei Stufen:

1. Stufe im Elektroverteiler und für die Kommunikationstechnik am Hausübergabepunkt
2. Stufe am Endgerät.

Überspannungsableiter der 1. Stufe werden von der Elektrofachkraft in der Elektroverteilung und für den Telefonanschluss sowie gegebenenfalls für das Kabelfernsehen am Hausanschlusspunkt installiert. Für das Endgerät (2. Stufe) können Überspannungsableiter fest installiert werden oder über Steckadapter direkt vor den Endgeräten wie z. B. Telefon, Fernseher, HiFi- Anlage und PC (Internetanschluss) eingesteckt werden. Diese schützen sowohl die Energieversorgung der Geräte als auch den Kommunikationsanschluss.

Befindet sich Ihre Immobilie in exponierter Lage, so ist eine äußere Blitzschutzanlage in Verbindung mit einem erweiterten Überspannungsschutz, den so genannten Blitzstromableitern zu empfehlen. Eine typische exponierte Lage liegt z. B. dann vor, wenn Ihr Gebäude in der Umgebung den höchsten Punkt darstellt oder wenn ein Antennenmast auf dem Dach installiert ist. Dies gilt auch bei Freileitungsanschlüssen oder wenn für Ihren Nachbarn vorgenannte Gegebenheiten zutreffen.

Tipp

Sprechen Sie das Thema Überspannungsschutz bereits während Ihrer Planungsphase bei Ihrem Elektrofachmann an, das spart Kosten. Nur eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz aus dem Baumarkt reicht nicht aus. Wirksamer Überspannungsschutz muss aufeinander abgestimmt und stufenweise aufgebaut sein, ist aber auf jeden Fall ein Thema für den Elektrofachmann.

Erdung/Potentialausgleich

Die wachsende Zahl an elektrischen Geräten, z. B. Haushaltsgeräten, TV-, Video- und Audiogeräten erhöht die Gefahr, dass bei auftretenden Fehlern auch Spannungsverschleppungen und somit gefährliche Berührungsspannungen für Menschen und Tiere entstehen. Die dadurch entstehenden Gefahren können durch einen Potentialausgleich mit Erder deutlich verringert werden.

In älteren Gebäuden ist oftmals kein Fundamenterder vorhanden. Deshalb muss ein geeigneter Erder (Ring- oder Tiefenerder) geschaffen werden. Dieser wird an eine Potentialausgleichsschiene angeschlossen. Daran angeschlossen werden auch Schutzleiter der elektrischen Anlage und Antennenanlage bzw. Kabelfernsehanschluss, Telefonanlage, ggf. Photovoltaikanlage usw.

Ringerder, © Dehn

Hausanschluss

Es gibt verschiedene Varianten eines Hausanschlusses. Für das freistehende Einfamilienhaus mit Keller bietet sich die Hausanschlusswand, in Häusern ohne Keller die Hausanschlussnische an. Hier sollte auch die Potentialausgleichsschiene angeordnet werden. Der Zählerschrank für den Stromzähler, Gas- und Wasserzähler sowie die Anschlüsse für Telefon und Kabelfernsehen können hier ebenfalls untergebracht werden. Dann ist alles ordentlich aufgeräumt.

Elektroinstallationsrohre

Elektroinstallationsrohre bieten die Möglichkeit, später Leitungen auszuwechseln oder nachzurüsten. Sollten Sie noch einen Freileitungsanschluss haben, und der Stromzähler nicht im Keller sein, empfiehlt sich ein Elektroinstallationsrohr vom Stromzähler zur geplanten Hausanschlussstelle.

Planen Sie zukünftig eine Photovoltaikanlage, installieren Sie für die Energieeinspeisung ein Elektroinstallationsrohr vom Dach zum Hausanschlussraum.

Elektroinstallationsrohre sind auch für Antennen-, Telefon-, Internet- und Lautsprecherleitungen sinnvoll. So können die Leitungen jederzeit einfach ausgewechselt und dem Stand der Technik angepasst werden.

Tipp

Elektroinstallationsrohre für Kommunikationssysteme (TV, Telefon, Internet...) sollten vom Hausanschlussraum in jedes Wohn-, Schlaf und Kinderzimmer, Küche und Heimbüro verlegt werden.

Stromkreisverteiler

Im Mehrfamilienhaus ist der Stromkreisverteiler innerhalb der Wohnung, am besten im Flur, anzuordnen. Beim Einfamilienhaus sind üblicherweise das Zählerfeld (hier sitzt der Stromzähler) und der Stromkreisverteiler in einem gemeinsamen Schrank untergebracht. Dieser wird an der Hausanschlusswand bzw. -nische installiert. Auch ein Feld für die Aufnahme von Verteileinrichtungen für Kommunikationsfunktionen, wie TV und Telekommunikation kann hier untergebracht werden.

Vom Stromkreisverteiler werden die einzelnen Stromkreise (Leitungen) in die Räume geführt, um hier unnötig lange Leitungen zu vermeiden, ist der Einsatz von weiteren Stromkreisverteilern in den jeweiligen Stockwerken zu empfehlen.

Dies führt zu einer flexiblen und übersichtlichen Elektroinstallation mit schnellem Zugriff, wenn ein Sicherungsautomat oder ein FI-Schutzschalter einmal auslöst.

Planen Sie Ihren Stromkreisverteiler nicht zu klein. Lieber etwas mehr Platz im Verteiler einplanen als zu einem späteren Zeitpunkt den Verteiler auswechseln zu müssen. Die Mehrkosten für den größeren Verteiler fallen praktisch nicht ins Gewicht.

FI-Schutzschalter schützen vor den Gefahren des elektrischen Stroms. Alle Steckdosen müssen bei Neuanlagen bzw. Nachinstallation zusätzlich mit einem FI-Schutzschalter geschützt werden. Die Planung einer Elektroanlage mit FI-Schutzschaltern hat dabei so zu erfolgen, dass sich eine Aufteilung der Stromkreise auf mehrere FI-Schutzschalter ergibt. Diese Maßnahme verhindert, dass beim Ansprechen eines FI-Schutzschalters gleich die gesamte Anlage abgeschaltet wird.

Planungsregel

Wir empfehlen, jeden Raum über mindestens einen Stromkreis zu versorgen. Dadurch wird eine hohe Dauerbelastung einzelner Stromkreise vermieden und die Verfügbarkeit im gesamten Gebäude erhöht. Es ist absolut notwendig, für große Elektrogeräte wie Elektroherd, Waschmaschine, Wäschetrockner, Geschirrspüler, Mikrowellengerät, Warmwasserspeicher, Durchlauferhitzer eigene Stromkreise einzuplanen. Diese Geräte können sonst nicht gleichzeitig betrieben werden.

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