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Basismaßnahmen

Energieeffizienz lässt sich im Wesentlichen auf zwei Wegen erreichen:

  • Durch den Einsatz moderner und energieeffizienter Elektrogeräte, z. B. Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen, Wäschetrockner und Geschirrspüler mit einer hohen Energieeffizienzklasse bzw.
  • durch einen optimierten Betrieb der elektrischen Anlage, z. B. durch die automatische Steuerung und Schaltung von Elektrogroßgeräten und Beleuchtung. Dies wiederum ist über eine gut geplante und ausgeführte Elektroinstallation möglich.

Über die Höhe des Strom- und Wasserverbrauchs von elektrischen Haushaltgroßgeräten, sowie deren Gebrauchseigenschaften gibt das seit 1996 vorgeschriebene und verwendete „Energielabel“ Auskunft. Der Nutzer oder Anwender der Elektrogeräte kann mit Hilfe des sichtbar auf dem jeweiligen Gerät angebrachten Etiketts die ausgewiesenen Eigenschaften miteinander vergleichen und sich beim Kauf eines Gerätes anhand der angegebenen Energieeffizienzklassen von D (geringe Energieeffizienz) bis A+++ (höchste Energieeffizienz) für ein energiesparendes Gerät entscheiden.

Welches große Energieeffizienzpotenzial durch einen optimierten Betrieb der elektrischen Anlage genutzt werden kann, lässt sich schnell verdeutlichen: Ein erheblicher Anteil der elektrischen Anlagen, die heute in Wohngebäuden bestehen, ist sehr alt. Etwa 29 Millionen Wohnungen und Häuser sind älter als 30 Jahre; erst etwa ein Drittel davon ist bereits modernisiert. Somit existieren immer noch etwa 20 Millionen Wohnungen und Häuser, in denen die elektrische Anlage nicht dem jetzigen Standard und den Bedürfnissen der Bewohner entspricht. Auch von einem energieeffizienten Betrieb sind solche veralteten Anlagen meilenweit entfernt. Hier besteht unbedingter Handlungsbedarf.

Doch wie sollte eine Elektroinstallation aussehen, die den effizienten Betrieb der elektrischen Anlage in einem Haus oder einer Wohnung gewährleisten kann?

Sie muss dem heute genormten Mindeststandard entsprechen.

  • Sie darf die Luftdichtheit des Gebäudes nicht aufheben.
  • Sie sollte bereits unter dem Gesichtspunkt der Energieeffizienz geplant sein.

Mindeststandard

In Bezug auf Umfang, Funktionalität und Sicherheit muss eine Elektroinstallation wenigstens dem heute genormten Mindeststandard gemäß DIN 18015–2 „Elektrische Anlagen in Wohngebäuden – Art und Umfang der Mindestausstattung“ entsprechen. Nur dann besteht überhaupt die Optimierung des Betriebes und des Stromverbrauchs möglich ist;

  • einzelne Nutzungsbereiche mit jeweils eigenen Stromkreisen, damit eine zentrale Steuerung dieser Bereiche möglich ist;
  • besondere Stromkreise, über die leistungs- und verbrauchsintensive Elektrogeräte versorgt werden;
  • Zählerplätze, die den Einsatz von Smart Metern und zugehöriger Kommunikationstechnik erlauben.

Luftdichtheit des Gebäudes

Ist ein Gebäude für Luft oder Wind durchlässig, führt dies nicht nur zu einer Minderung der Wohlfühlqualität durch Zugerscheinungen. Undichtheiten oder Wärmebrücken erzeugen Wärmeverluste, die durch vermehrtes Heizen ausgeglichen werden müssen. Das lässt den Energieverbrauch steigen.

Steckdose
Luftdichter Einbau einer Steckdose in der Luftdichtheitsschicht (Innenputz)

Die Elektroinstallation darf weder die Luftdichtheit eines Gebäudes aufheben noch das Entstehen von Wärmebrücken fördern. Das heißt: Elektroinstallationen, die in oder an wärmegedämmten Wänden von Häusern angebracht werden sollen, dürfen Bauteile, die zur Erhaltung der Luft- und Winddichtheit dienen, nicht in ihrer Funktion beeinträchtigen. Typische Leckagestellen entstehen immer dort, wo die luftdichte Schicht des Gebäudes durchbrochen wird, zum Beispiel an Steckdosen und Schaltern, an Sicherungskästen, der Antennenanlage oder an Kabeldurchführungen zum Keller oder zur Photovoltaikanlage auf dem Dach. Auch außen angebrachte Leuchten, Kameras und Türsprechanlagen können Auslöser solcher Leckagen sein. Werden diese Installationen nicht fachgerecht und mit entsprechend geeigneten Abdichtungen in Wände oder Decken eingebaut, durchdringen sie die luftdichte Hülle des Gebäudes und es entstehen Wärmebrücken, die zu unerwünschten Energieverlusten führen.

Das gilt nicht nur für Neubauten, sondern auch für Modernisierungen. Und auch beim nachträglichen Einbau elektrischer Einrichtungen im und am Haus sollten dauerhafte Leckagen in der Luftdichtheitsschicht durch fachgerechte Abdichtung während des Einbaus vermieden werden.

Planung unter Energieeffizienz-Gesichtspunkten

Der Einsatz einfacher technischer Mittel kann bereits zu deutlichen Stromeinsparungen führen. Die Normen DIN 18015–1, DIN 18015–2 und DIN 18015–4 sowie die Richtlinie RAL-RG 678 geben bereits sehr konkrete Hinweise für die Planung energieeffizienter Elektroanlagen in Wohngebäuden. Mit Hilfe gängiger Technik ist ohne weiteres die Umsetzung folgender Maßnahmen möglich, die zum energieeffizienten Betrieb des Gebäudes beitragen:

Anwendungsbereich Beleuchtung

  • Bewegungsmelder und Präsenzmelder schalten die Beleuchtung in Fluren, Dielen und Treppenhäusern nur dann, wenn Personen sich dort aufhalten.
  • Gedimmte Lampen sparen Energie und haben eine längere Lebensdauer.
  • Energieeffiziente Lampen reduzieren den Energieverbrauch bei vergleichbarer Lichtausbeute.
Beleuchtung
Energieeffiziente Beleuchtung, geschaltet durch Bewegungsmelder

Anwendungsbereich Heizung

  • Eine Einzelraumregelung in Verbindung mit Präsenzmeldern und Fensterkontakten regelt die Heizenergie raumbezogen und bedarfsgerecht.
  • Ein automatisierter Sonnenschutz oder eine intelligente Rollladen- bzw. Jalousiesteuerung sorgt dafür, dass Sonne den Raum nur bedarfsgerecht erwärmt und Kälte (z. B. nachts) nicht über die Fensterflächen in den Raum eindringt.

Anwendungsbereich Elektrogeräte

  • Durch schaltbare Steckdosen lassen sich Elektrogeräte von der Versorgungsspannung trennen. So treten keine Bereitschaftsverluste durch Standby-Betrieb auf.
  • Mit Hilfe einer Gebäudesystemtechnik lässt sich der Stromverbrauch reduzieren, wenn die genannten Anwendungsbereiche miteinander vernetzt sind.
E | Handwerk

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