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Luftdichtheitsplanung

Allgemeine Planungshinweise

Immer wieder kann in der Baupraxis festgestellt werden, dass das Wissen um die Notwendigkeit luftdichter Anschlüsse und die Auswirkungen von Wärmebrücken unzureichend vorhanden ist. Bauphysikalische Anforderungen wie Wärmeschutz, Schallschutz, Brandschutz, Schlagregenschutz oder Luftdichtheit müssen bei der Planung, Ausschreibung und Ausführung jedoch unbedingt berücksichtigt werden.

An der Ausführung der luftdichten Gebäudehülle ist eine Vielzahl von Handwerksunternehmen beteiligt, wie z.B. Maurer, Stahlbetonbauer, Zimmerer, Schreiner, Stuckateure, Elektrotechniker, Informationstechniker, Fassadenbauer, Trockenbauer, Dachdecker, Fensterbauer, Sanitär- und Heizungsinstallateure und andere. Allein schon diese Vielfalt macht deutlich, wie viele Schnittstellen zwischen den Arbeiten der einzelnen Gewerke entstehen können.

Planung von Bauteilanschlüssen

Daher ist es unbedingt erforderlich, Bauteilanschlüsse fachgerecht zu planen. Auch die Ausführung von luftdichten Anschlüssen muss in die Ausschreibungen mit aufgenommen werden. Nur so kann verhindert werden, dass unzureichende oder improvisierte „Baustellenlösungen“ angewendet werden. Im Regelfall wird für die Planung ein Architekt beauftragt. Grundsätzlich kann auch ein Fachplaner oder Fachhandwerker Planungsaufgaben übernehmen. Dabei übernimmt jeder, der eine Planung macht, auch dafür Planungsverantwortung bzw. -haftung.

Baubesprechung, © KAISER

Aus technischen Gründen empfiehlt sich eine eindeutige Festlegung, die regelt, welches Gewerk für die Herstellung bestimmter luftdichter Anschlüsse verantwortlich ist. So sollte zum Beispiel bei Installation von Einbaugehäusen für elektrische Betriebsmittel in der luftdichten Schicht oder bei Durchdringungen derselben durch solche Betriebsmittel die Herstellung luftdichter Anschlüsse dem Gewerk Elektrotechnik zugeordnet werden.

Bei der Auswahl und Ausschreibung der Materialien sowie der Ausführung der luftdichten Anschlüsse ist besonders auf deren Dauerhaftigkeit zu achten.

Für die Koordination der vielen verschiedenen gewerkespezifischen Arbeiten an der luftdichten Schicht empfiehlt sich daher der Einsatz einer Fachbauleitung, welche die fachgerechte Ausführung der Arbeiten überwacht. Dabei kann es durchaus sinnvoll sein, den Zustand der Luftdichtheitsschicht durch eine Zwischenabnahme feststellen zu lassen, bevor diese von nachfolgenden Schichten und Bauteilen verdeckt wird. Die Zwischenabnahme in Verbindung mit einer Luftdichtheitsprüfung (z. B. Blower-Door-Methode) ist einer rein visuellen Abnahme vorzuziehen.

Planung der Elektroinstallation

Durch vorausschauende Planungen der Installationszonen und Leitungsführungen sowie die Anordnung der Zählerschränke und Stromkreisverteiler an Innenwänden bzw. innerhalb der luftdichten Gebäudehülle können notwendige Durchdringungen der Luftdichtheitsschicht auf ein Minimum zu reduziert werden.

Dabei sind auch die Einführungen von Versorgungsleitungen für die Stromversorgung, die Telekommunikation und das Breitbandkabelnetz, zu berücksichtigen. Empfehlenswert im Sinne der Luftdichtheit sind Mehrspartenhausanschlüsse. Aber auch Durchdringungen der luftdichten Schicht durch Leitungen von Photovoltaikmodulen, Solarkollektoren oder Erdsonden für Wärmepumpenheizungsanlagen sind zu beachten.

Um ein fachgerechtes Arbeiten an den luftdichten Anschlüssen zu ermöglichen, sollten die Abstände von Durchdringungen und Einbau-teilen zu angrenzenden Bauteilen, z. B. Wänden, mindestens 15 cm betragen. Die Anwendung der geltenden Planungsnormen Reihe DIN 18015 bleibt davon unberührt.

Wenn weitere Anforderungen an Durchdringungen in Bezug auf den Brand- oder Schallschutz bestehen, sind diese ebenfalls bei der Planung der Materialauswahl zu berücksichtigen.

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