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Beleuchtungsplanung im Wohngebäude

Bei einer guten Beleuchtungsplanung sollte die spätere Nutzung des zu planenden Raums berücksichtigt werden. Dementsprechend können dann die exakten Anforderungen an die Beleuchtung bestimmt werden.

Grundsätzlich wird bei der Planung zwischen Grundbeleuchtung, arbeits- oder aufgabenbezogener Beleuchtung und Akzentbeleuchtung unterschieden.

  • Die Grundbeleuchtung sorgt für eine allgemeine Hintergrundbeleuchtung, um eine für einen sicheren Aufenthalt notwendige Helligkeit zu gewährleisten. Für eine Grundbeleuchtung eignet sich sehr gut indirektes Licht.
  • Die arbeits-, aufgaben- oder auch tätigkeitsbezogene Beleuchtung muss für die jeweilige Aufgabe definiert werden. Wichtig ist eine gute Farbwiedergabe und eine ausreichende Helligkeit.
  • Die Akzentbeleuchtung unterstützt die Raumgestaltung und betont architektonische Details. So lassen sich ausgewählte Einrichtungs- oder Dekorationsgegenstände hervorheben.
  • Bei den Mischformen fällt das Licht nicht nur direkt auf die zu beleuchtende Fläche, sondern auch auf die umliegenden Flächen (Wände und Decken). Diese werden zur Reflektion des Lichtes genutzt. Vorteil dieser Mischform sind blendfreie und für das Auge angenehme Beleuchtungssituationen.
Stimmungsvolle Wohnzimmerbeleuchtung
Stimmungsvolle Wohnzimmerbeleuchtung, © 3DarcaStudio - stock.adobe.com

Leuchtentypen

Leuchten gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Sie werden als Decken-, Wand-, Steh, Tisch- oder Klemmleuchten angeboten. Wand- und Deckenleuchten sind fest mit der Elektroinstallation verbunden. Steh-, Tisch und Hockerleuchten verfügen über fertig konfektionierte Stecker zum Anschluss an die Steckdose.

Kriterien für die Auswahl der richtigen Leuchte sind:

  • Art und Anzahl der Lichtquellen
  • offene oder geschlossene Bauart
  • lichttechnische Eigenschaften (z. B. Lichtverteilung)
  • elektrotechnische Eigenschaften einschließlich der zum Betrieb der Lichtquellen notwendigen Bauteile ( z. B. Vorschaltgeräte)
  • mechanische Eigenschaften (z. B. Brandschutzverhalten und Materialbeschaffenheit)
  • Größe, Bauform und Design
Leuchtenbauarten
Leuchtenbauarten: links: offene Bauart, rechts: geschlossene Bauart

Vorschaltgeräte

Glüh- und Hochvolt-Halogenlampen werden direkt am Netz betrieben. Bestimmte Lampentypen benötigen auf die jeweilige Technologie abgestimmte Vorschaltgeräte:

  • Niederdruck-Entladungslampen arbeiten nur mit geeigneten Vorschaltgeräten
  • Niedervolt-Halogenlampen benötigen Transformatoren

Schaltungen für die Beleuchtung

Der Ausschalter schaltet nur eine Stelle ein oder aus. Mit einem Wechselschalter kann das Licht an einer Stelle ein und an einer anderen Stelle ausgeschaltet werden.

Eingesetzt wird die Wechselschaltung z. B. in kleinen Fluren, Dielen und Räumen mit zwei Zugängen. Eine Wechselschaltung ist auch im Schlafzimmer sinnvoll. Man muss, wenn man den Schalter am Bett betätigt, nicht noch einmal aufstehen, um das Licht auszuschalten. Der Aus-/ Wechselschalter kombiniert beide Schaltungsarten in einem Einsatz.

Eine Serienschaltung wird installiert wenn von einer Schaltstelle aus mehrere Leuchten unabhängig voneinander geschaltet werden sollen. Der Serienschalter ist ein Schalter mit mehreren Schaltwippen. Ein Beispiel wäre das Badezimmer mit Deckenleuchte und Spiegelleuchte oder das Wohnzimmer mit Deckenleuchte und Wandleuchte.

Eine Kreuzschaltung wird installiert, wenn von mindestens drei Schaltstellen aus eine Leuchte geschaltet werden kann. Zudem ist es ratsam eine Tasterschaltung (Treppenhausschaltung) zu installieren.

Wichtige Schaltzeichen der Elektroinstallation in bezug auf Schalter und Leuchten sind im folgenden Bild zu sehen. Diese werden für die Elektroplanung verwendet.

Schaltzeichen fürSchalter und Leuchten
Schaltzeichen für Schalter und Leuchten: v.l.n.r. Ausschalter, Wechselschalter, Kreuzschalter, Serienschalter, Taster, Taster mit Leuchte, Dimmer, Leuchte allgemein

Anforderungen an die Elektroinstallation in der Modernisierung

Im Rahmen einer Gebäudemodernisierung oder -sanierung wird die Elektroinstallation häufig nicht saniert, was in der Regel mit einem erwartet großen Umbauaufwand zusammenhängt. In zwei Beispielen wird erläutert, worauf zu achten ist, wenn die Beleuchtung erneuert wird, die Elektroinstallation aber unverändert bleibt.

Beispiel 1: Hier wird lediglich die Lampe in einer bereits installierten Leuchte ersetzt. Es ist zunächst zu prüfen, ob diese über einen Schalter oder einen Dimmer angesteuert wird.

  • Beim Einsatz des neuen Leuchtmittels kann sich unter anderem die Abstrahlcharakteristik ändern. Trotz gleicher lichttechnischer Angaben wirkt die Beleuchtung dann häufig anders.
  • Wird die Leuchte über einen Dimmer angesteuert, muss auch das Leuchtmittel dimmbar sein. Wenn die Lampe wiederum durch ein LED-Leuchtmittel ersetzt wird, muss auch entsprechend der Dimmer für das LED-Leuchtmittel geeignet sein. Sehr gut geeignet und vielseitig einsetzbar sind Universaldimmer.
  • Wird die Leuchte über einen Schalter angesteuert, kann die Lampe unkompliziert selbst ausgetauscht werden.

Beispiel 2: Eine Leuchte wird gegen eine neue Leuchte mit bereits integriertem LED Leuchtmittel ausgetauscht.

  • Wird die neue Leuchte mit einem Schalter betätigt, dann sollte auf die Lichtfarbe und die äquivalente Leistung laut Verpackungsangabe geachtet werden. Es ist möglich, dass sich die Abstrahlcharakteristik ändert und somit das neue Leuchtmittel trotz gleicher Lichtfarbe und Leistung anders wirkt.
  • Beim Dimmen von LED-Leuchten mit integriertem Dimmer sollte der vorhandene Dimmer durch eine Elektrofachkraft gegen einen Schalter ausgetauscht werden.
  • Beim Dimmen von LED-Leuchten ohne integrierten Dimmer muss bei der neuen Leuchte darauf geachtet werden, dass sie laut Herstellerangabe dimmbar ist. Zum Betreiben der neuen LED-Leuchte muss in der Regel eine Elektrofachkraft den bestehenden Dimmer gegen einen LED-geeigneten Dimmer austauschen.
Moderne Leuchten
Moderne Leuchten bieten vielfältige Gestaltungmöglichkeiten im Wohnzimmer, © Hofpils - shutterstock.com

Anforderungen an die Elektro­ installation im Neubau

  • Unabhängig von den Räumen ist festzulegen, ob die Beleuchtung geschaltet oder gedimmt werden soll.
  • Dreh- oder Tastdimmer sind auf die zu installierenden Leuchten abzustimmen.
  • Für das manuelle Bedienen der Beleuchtung müssen ausreichend Schalter installiert werden und es sollte unbedingt auf eine benutzerfreundliche Platzierung der Schalter geachtet werden. Die Ausstattungswerte nach RAL-RG 678 dienen als Orientierungshilfe für die Planung.

Darüber hinaus kann zur Steigerung des Komforts ebenso bewegungs-, zeit- und helligkeitsabhängig geschaltet werden. Hier sollte eine Lichtsteuerung über dezentrale Bedienungin Erwägung gezogen werden. Hierzu ist eine Anbindung der lokalen Lichtsteuerungselemente an eine dezentrale Steuerung notwendig. Diese Vernetzung kann leitungsgebunden oder funkbasiert realisiert werden.

Mit einer Lichtsteuerung können individuelle Lichtszenen mit unterschiedlichen Lichtstimmungen sowie tageslichtabhängige Verläufe erzeugt werden.

Steckdosen­-Systeme für Leuchten

Relativ neu auf dem Markt sind magnetische Stecksysteme für Leuchten. Anstelle eines Decken- oder Wandkabels, das mit der Leuchte verbunden ist, wird eine Lichtsteckdose installiert, wofür eine handelsüblichen Schalterdose verwendet wird. Ein Lichtaufsatz, also die Leuchte, wird über einen Magneten an die Niedervolt-Lichtsteckdose angedockt. Die Leuchte ist dimmbar, lässt sich anschlaglos um 360° drehen und kann auch im Betrieb ausgetauscht werden.

Der schnelle Leuchtenwechsel sowie die Möglichkeit Strahler oder Fluter zu drehen, machen es schnell und unkompliziert möglich, die Lichtsituation im Raum zu verändern. Ein Strahler, der etwa die Küchenarbeitsfläche hell ausleuchtet, schafft – um 180° gedreht – ein angenehmes indirektes Licht. Ein Arbeitstisch wird mit einem Wechsel der Lichtaufsätze vom Spot-Strahler zur warm leuchtenden Pendelleuchte zum Esstisch.

Aufbau Steckdosen-Lichtsystem
Aufbau Steckdosen-Lichtsystem und Einsatz des Steckdosen-Lichtsystems im Schlafzimmer, © jung.de

Oder der Deckenstrahler an der Wand wird, in die passende Position gedreht, zur Leselampe umfunktioniert. Für den Einsatz, z. B. in Hotelzimmern oder in öffentlichen Räumen, schützt ein Demontageschutz vor Diebstahl.

Das System soll mit seinen Eigenschaften eine maximale Flexibilität bei der Lichtplanung ermöglichen. Lediglich die Positionen der Steckdosen und Schalter für die künftigen Lichtquellen sind in der Planung zu berücksichtigen. Das passende Design und die Lichtart der gewünschten Lichtaufsätze können auch nach Fertigstellung jederzeit verändert werden.

Tipp

Empfehlungen für die Verteilung von Lichtauslässen finden Sie in der Broschüre „Licht und Beleuchtung“ auf den Seiten 16 und 17.

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