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21.01.2016

Bei der Gebäudedämmung auf die Elektroinstallation achten

Verschärfte Anforderungen der EnEV seit Januar 2016 / Luftdichte Elektroinstallation vermeidet Energieverluste über die Außenwand.

Seit 1. Januar 2016 müssen Bauherren und Hausbesitzer wieder einige Neuerungen bei der Energieeinsparverordnung (EnEV) im Blick behalten. Der Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung muss bei Neubauten nun 25 Prozent geringer sein als bisher. Außerdem gilt es mit einer verbesserten Dämmung die Energieverluste über die Gebäudehülle um 20 Prozent zu reduzieren. „Um die neuen gesetzlichen Auflagen zum Heizwärmebedarf und Wärmeschutz einzuhalten, darf die Luftdichtheit der Gebäudehülle auch durch eine Elektroinstallation nicht aufgehoben werden“, erklärt Hartmut Zander von der Initiative ELEKTRO+. Denn wird bei Arbeiten an der Elektroinstallation die Luftdichtheitsschicht durchbrochen, etwa durch das Anbringen von Steckdosen, Schaltern oder Sicherungskästen, kann dies zu Leckagen führen – Zuger- scheinungen und Wärmeverluste sind die Folge, die durch vermehrtes Heizen ausgeglichen werden müssen. Zudem können durch die freigesetzte Feuchtigkeit Schimmelpilz und Bauschäden entstehen. Abhilfe schaffen Elektrohandwerker durch den Einsatz spezieller luftdichter Geräte- und Verteilerdosen. „Bauherren sollten darauf achten, dass die Gewährleistung der Luftdichtheit im Bauvertrag aufgenommen wird“, so Hartmut Zander. „Empfehlenswert ist außerdem eine Luftdichtheitsmessung nach Fertigstellung des Hauses. Kompetente Beratung und Unterstützung finden Bauherren beim Elektrofachbetrieb.“

Spezielle Installationsdosen vermeiden Energieverluste

Die Durchdringung der luftdichten Gebäudehülle durch Bauteile der Elektroinstallation ist meistens nicht zu vermeiden. Durch geeignete Systemlösungen wie luftdichte Installationsdosen für Steckdosen, Lichtschalter, Antennendosen oder Netzwerkanschlüsse lässt sich jedoch die Luftdichtheit wieder herstellen. Diese Installationsdosen werden in der Regel für Häuser in Massivbauweise eingesetzt, bei denen das Mauerwerk häufig aus Hohlkammersteinen besteht. Werden diese Hohlkammern beispielsweise für das Setzen einer Gerätedose angebohrt, kann es zum unerwünschten Luftaustausch mit dem Wohnraum kommen – Heizenergie geht dadurch verloren. Abhilfe schaffen die speziellen Installationsdosen, die einen luftdichten Anschluss von Leitungen und Elektroinstallationsrohren ermöglichen. Bei Gebäuden in Leichtbauweise stellt eine sogenannte Dampfbremse die Luftdichtheit sicher. Wird diese von der Elektroinstallation durchstoßen, muss sie wieder abgedichtet werden. In diesem Fall minimieren luftdichte Hohlwanddosen mögliche Energieverluste.

Auch Elektroinstallationsrohrverbindungen, beispielsweise für den Anschluss von außen liegenden Rollläden oder Jalousien, können bei nicht fachgerechter Ausführung zu Wärmeverlusten führen. Sie müssen daher mit geeigneten Verschlussstopfen luftdicht verschlossen werden. Bei Installationen an der Außenwand wie Steckdosen, Leuchten, Videokameras oder Türsprechanlagen stellen universelle Geräteträger die Luftdichtheit sicher und vermeiden Wärmebrücken durch Befestigungselemente. Diese Geräteträger werden am Mauerwerk befestigt und vollständig mit Dämmmaterial ausgefüllt.

Den Zusammenhang zwischen der Elektroinstallation und der Luftdichtheit eines Hauses erklärt die Initiative ELEKTRO+ auch in einem anschaulichen Erklär-Film, der auf dem YouTube-Kanal der Initiative bereit steht: www.youtube.com/users/elektropluscom. Weitere Informationen zum Thema sowie die kostenlose Broschüre „Luftdichte und wärmebrückenfreie Elektroinstallation“ finden Interessierte außerdem unter www.elektro-plus.com

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