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29.10.2018

Brandursache Fehlerlichtbogen

Initiative Elektro+: Darum ist der Einsatz von AFDDs sinnvoll.

Die Statistiken des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer sprechen eine deutliche Sprache: Mehr als jeder dritte untersuchte Brand geht auf Fehler in der Elektroinstallation zurück. Damit lösen elektrische Geräte oder Leitungen mehr Brände aus als die Brandursachen „Brandstiftung“ und „Menschliches Fehlverhalten“ zusammen. Neben Überlastung und Kurzschluss gibt es eine weitere mögliche Fehlfunktion, die einen Brand auslösen kann: den Fehlerlichtbogen.

AFDD schließt Sicherheitslücke in der Brandprävention

Fehlerlichtbögen entstehen beispielsweise bei schlechten Kontaktstellen an Klemmen oder bei Beschädigungen von Leitungen. Hier kann es zu einer punktuellen Hitzeentwicklung von bis zu 6.000 °C kommen, die das umliegende Material thermisch belastet und im schlimmsten Fall einen Brand auslöst. Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (englisch: Arc Fault Detection Device - AFDD) können dies verhindern. Sie überwachen nicht nur die Elektroinstallation selbst, sondern auch über Steckdosen angeschlossene Geräte sowie Lampen und Leuchten. AFDDs analysieren kontinuierlich mit einem eingebauten Mikrocontroller das Frequenzbild des Stroms und schalten bei Auffälligkeiten den angeschlossenen Stromkreis innerhalb von Sekundenbruchteilen ab.

In Kombination mit LS- oder FI/LS-Schaltern

AFDDs gibt es üblicherweise in Kombination mit LS- oder FI/LS-Schaltern, die ohnehin für den Schutz von Stromkreisen erforderlich sind, so dass kein zusätzlicher Schalter verbaut werden muss. Sie ergänzen die intelligente Brandprävention und schließen mit relativ geringem Aufwand eine wichtige Sicherheitslücke. Das unterstreicht Andreas Habermehl vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH): „Keine andere technische Maßnahme kann die Leistung eines AFDDs zu gleichen Kosten in gleicher Weise gewährleisten, da bereits die Brandentstehung verhindert wird. Wer den gleichen Schutz über bauliche Maßnahmen, zum Beispiel durch die Abschottung der gesamten elektrischen Anlage, erreichen möchte, muss in der Regel mit nicht unerheblichen Kosten rechnen.“

Vielfältige Einsatzbereiche

Die Norm sieht den Einbau einer Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung in einphasigen Endstromkreisen bis 16 A in bestimmten sensiblen Funktionsbauten vor; sie nennt Anwendungsfälle, in denen erhöhte Schutzanforderungen bestehen. Dazu gehören beispielsweise Schlaf- und Aufenthaltsräume in Tagesstätten für Kinder, Behinderte oder Senioren sowie barrierefreie Wohnungen, in denen die Bewohner in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind. Als Einsatzbereiche für AFDDs nennt die Norm zudem Gebäude, in denen brennbare Baustoffe verwendet werden oder Gebäude, in denen unersetzliche Güter aufbewahrt werden, zum Beispiel Museen und Galerien.

„Wie alle Normen stellt auch die den AFDD betreffende Norm keine gesetzliche Verpflichtung dar. Sie ist lediglich eine privatrechtliche Regelung, deren Anwendung allerdings Rechtssicherheit bietet – schließlich ist die Einhaltung „anerkannter Regeln der Technik“ gesetzlich vorgeschrieben“, erklärt Ottmar Lehmann von der Initiative ELEKTRO+. „Über die genannten Anwendungsfälle hinaus raten wir aber dazu, Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen generell in Wohngebäuden einzubauen und damit die Sicherheit von Mensch, Gebäude und elektrischer Anlage zu erhöhen“, so Lehmann weiter.

E | Handwerk

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