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27.03.2017

Elektroinstallation im Badezimmer

Die Initiative ELEKTRO+ empfiehlt bereits bei der Planung an eine ausreichende Elektroinstallation zu denken / Ein frühzeitiges Gespräch mit dem Elektrofachmann hilft Fehlplanungen und Risiken zu vermeiden.

Das Badezimmer ist heute mehr als ein reiner Waschraum: Während die Funktionalität gerade bei der alltäglichen Hygiene im Vordergrund steht, dient das Bad abends oder am Wochenende immer öfter als Wellness-Oase – einem Ort der Ruhe und Entspannung. Für Senioren oder Menschen mit Behinderung ist hingegen Barrierefreiheit im Bad entscheidend. Es gilt daher bereits bei der Badplanung viele Faktoren zu berücksichtigen, um den verschiedenen Bedürfnissen und Ausstattungswünschen gerecht zu werden. Das gilt für den Neubau sowie für eine Sanierung. Durch die steigende Anzahl an elektrischen Anwendungen im Bad – von der Zahnbürste über Rasierer, Glätteisen, Radio bis hin zum beheizten Handtuchtrockner, Dusch-WC oder Whirlpool – ist es bei der Planung besonders wichtig, auch frühzeitig an die Elektroinstallation zu denken. Nur wer bereits im Vorfeld genau klärt, welche elektrischen Geräte und Funktionen später genutzt werden sollen, kann bedarfsgerecht planen. Da es sich bei Bädern um Feuchträume handelt, sind in Bezug auf die elektrische Anlage besondere sicherheitstechnische Anforderungen zu berücksichtigen. Daher ist es laut der Initiative ELEKTRO+ ratsam, die Planung und Installation einem Elektrofachmann zu überlassen.

RAL-RG678 bietet wichtige Orientierung

Für eine maßgeschneiderte Badplanung sollte zunächst genau überlegt werden, welche Funktionen über die reine Basis-Installation hinaus genutzt werden sollen. Ist das Badezimmer erst einmal gefliest, sind spätere Änderungen und Nachinstallationen sehr schwierig und teuer. Orientierung und Aufschluss über die Mindestanforderungen an eine moderne und zukunftsfähige Elektroinstallation bietet die Richtlinie RAL-RG 678. Dieser Leitfaden beschreibt drei Ausstattungsstufen, die mit einem Stern (★), zwei (★★) oder drei Sternen (★★★) gekennzeichnet sind. Dazu kommen neuerdings die sogenannten „plus“-Ausstattungsstufen 1 plus, 2 plus und 3 plus. Sie ergänzen die jeweilige Basisausstattung und legen die technischen Voraussetzungen fest, die gegeben sein müssen, um die einzelnen elektrischen Funktionen miteinander zu vernetzen. Dann ist es möglich, ganze Szenen – beispielsweise für einen Wellness-Abend – einzurichten und Heizung, Licht und Jalousien per Knopfdruck aufeinander abzustimmen. Für eine komfortable Ausstattung im Bad empfiehlt die Initiative ELEKTRO+ mindestens Ausstattungsstufe 2, die drei Beleuchtungsanschlüsse und fünf Steckdosen vorsieht. Wer später gerne im Badezimmer ein Notrufsystem für Senioren anschließen möchte oder den Einbau eines Unterputzradios in Betracht zieht, sollte auch entsprechende Kommunikationsanschlüsse und zusätzliche Steckdosen einplanen. Weitere Informationen zur RAL-Richtlinie gibt es in der Broschüre „Raumplaner“ und online unter www.elektro-plus.com.

Sicherheitsmaßnahmen retten im Ernstfall Leben

Bei der Positionierung der elektrischen Anschlüsse und Steckdosen ist besondere Vorsicht geboten: Räume mit Badewanne oder Dusche sind in verschiedene Zonen eingeteilt, für die spezielle Sicherheits- und Materialanforderungen gelten: Der Bereich 0 ist das Innere der Bade- oder Duschwanne, also der direkte Feuchtebereich. Dort sind elektrische Leitungen und Steckdosen tabu. Auch im Bereich 1 unter- und oberhalb der Bade- oder Duschwanne bestehen besondere Anforderungen an die Elektroinstallation und die Nutzung von Elektrogeräten. Im Umkreis von 60 Zentimetern ab Außenkante Badewanne und Duschkabine befindet sich der Bereich 2. Da auch hier noch mit Spritzwasser zu rechnen ist, dürfen elektrische Leitungen und andere elektrische Betriebsmittel nur eingeschränkt installiert werden. Grundsätzlich dürfen Steckdosen neben dem Waschbecken installiert werden, üblicherweise 1,05 bis 1,1 Meter über dem Fußboden. Eine ausreichende Anzahl sollte dort platziert werden, wo elektrische Geräte wie Rasierapparat, elektrische Zahnbürste oder Munddusche betrieben werden. Aufgrund der komplexen Normen und Sicherheitsvorschriften ist die Installation in jedem Fall einem erfahrenen Elektrofachmann zu überlassen.

Feuchtigkeit sowie geerdete Bauteile wie Wasserleitungen und Armaturen können im Badezimmer eine erhöhte Gefährdung des Menschen durch Stromschläge bei Nutzung defekter Elektrogeräte bewirken. Daher ist der Einsatz von Fehlerstromschutzschaltern (FI) für Stromkreise im Bad gefordert. Er überwacht den Isolationszustand der elektrischen Anlage sowie der angeschlossenen Geräte und erkennt selbst kleinste Fehlerströme. Innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde unterbricht er die Stromzufuhr zum elektrischen Gerät und rettet damit im Ernstfall Leben. 

Beleuchtung richtig positionieren

Für eine gute Beleuchtung am Waschbecken sind zwei blendfreie Leuchten empfehlenswert, jeweils rechts und links vom Spiegel an der Wand. Dann ist das Gesicht beim Rasieren oder Schminken gut zu sehen und es entstehen keine störenden Schatten. Zusätzliche Deckenstrahler sind ideal, um bestimmte Bereiche im Bad punktuell auszuleuchten. Auch in der Dusche sollte ausreichend Licht zur Verfügung stehen, besonders wenn die Duschwände gemauert sind. Beleuchtungsanschlüsse direkt in der Duschkabine sind allerdings nur eingeschränkt und unter strengen Vorgaben erlaubt, daher ist eine geschickte Anordnung der Beleuchtungseinrichtung außerhalb ratsam. Für Leuchten im Badezimmer gelten ebenfalls spezielle Sicherheitsmaßnahmen: Im Bereich von Dusche oder Badewanne müssen die Leuchten gegen Spritzwasser oder Strahlwasser geschützt sein. Zudem sollten sie maximal mit zwölf Volt Schutzkleinspannung betrieben werden und ein Sicherheitsprüfzeichen tragen. Praktisch ist es, wenn jede Leuchte am Raumeingang ein- und ausgeschaltet werden kann. Vor allem bei fensterlosen Bädern sind Bewegungs- oder Präsenzmelder besonders komfortabel. Geht beim Betreten des Badezimmers das Licht automatisch an, erübrigt sich auch das Suchen des Lichtschalters im Dunkeln.

Für elektrische Heizung separaten Stromkreis einplanen

Da Badezimmer in der Regel nicht kontinuierlich, sondern nur morgens und abends geheizt werden, ist der Einbau von elektrischen Heizsystemen sinnvoll. Elektrische Fußbodentemperierungen, beheizte Handtuchtrockner oder Direktheizgeräte sind komfortabel, leicht regelbar und bringen die Raumluft schneller auf Wunschtemperatur als Warmwasserheizkörper. Da lediglich ein Stromanschluss für die Montage benötigt wird, eignen sich die Geräte auch ideal für die Nachrüstung. Allerdings ist dabei zu beachten, dass die elektrischen Heizsysteme 1500 bis 2000 Watt benötigen. Der Stromkreis im Bad wird dadurch bereits zu etwa 50 Prozent ausgelastet, gibt die Initiative ELEKTRO+ zu bedenken. Daher sollte für diese Geräte unbedingt ein eigener Stromkreis eingeplant werden.

Komfort durchdacht planen

Immer häufiger äußern Haus- und Wohnungsbesitzer den Wunsch nach besonderen Extras in ihrem Badezimmer. Noch mehr Komfort bietet beispielsweise eine Badewanne mit Whirlfunktion und Unterwasserbeleuchtung. Eine sogenannte Whirlwanne benötigt ebenfalls einen eigenen Stromkreis. Der Anschluss ist sicher und schutzisoliert von einem Elektrofachmann unter der Wanne anzubringen. Zu beachten ist, dass die Badewanne vorgegebenen Normen entspricht. Ein Prüfsiegel (GS/VDE) kann im Zweifelsfall darüber Aufschluss geben, ob das Produkt den Sicherheitsnormen entspricht. Gleiches gilt bei anderen elektrischen Ausstattungen wie Infrarotkabine oder Dampfdusche.

Nicht immer ist es möglich, allen Ausstattungswünschen von Anfang an gerecht zu werden. Das kann zum Einen an zu hohen Kosten liegen, zum Anderen ändern sich mit der Zeit auch die Ansprüche der Nutzer. Um das Badezimmer auch später noch aufrüsten zu können, sollte man daher sicherheitshalber Leerrohre einplanen. Sie bieten die Möglichkeit, Leitungen für Lautsprecher oder andere Geräte unkompliziert auszuwechseln oder nachzurüsten.

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