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29.10.2015

Steckdosenleisten immer nur eine Notlösung

Mehr Steckdosen für mehr Sicherheit: Initiative ELEKTRO+ gibt Tipps für eine sichere Elektroinstallation

Schnell überhitzt, instabil und in den Abmessungen nicht immer normgerecht – viele Steckdosenleisten bergen für die angeschlossenen Geräte ein großes Sicherheitsrisiko. Und dabei befinden sich Steckdosenleisten in fast jedem Haushalt: Schnell und vermeintlich sicher lässt sich so die bestehende Elektroinstallation nachrüsten und dort einen Anschluss schaffen, wo er in der Wand fehlt. Dass diese Steckdosenergänzung generell nur die zweitbeste Lösung ist, darauf weist die Initiative ELEKTRO+ in Berlin hin und warnt vor solchen Nachrüstungen: „Sicherer ist immer eine feste, korrekt verlegte Installation in der Wand mit einer ausreichenden Zahl an Steckdosen und Stromkreisen“, so Hartmut Zander. Deshalb zahlt sich beim Neubau oder der Modernisierung eine vorausschauende Planung der Elektroinstallation aus. Liegen Stromkreise erst einmal unter Putz und wurden die Steckdosen positioniert, sind die Nutzungsmöglichkeiten der heimischen Elektroanlage auf Jahre festgeschrieben. Bauherren sollten sich deshalb möglichst genau über ihre persönlichen Ansprüche und Gewohnheiten im Klaren sein: Wo liegen die Lastschwerpunkte im Haus, an welcher Stelle wird besonders viel Strom benötigt, beispielsweise für den Betrieb von elektrischen Geräten in der Küche oder dem Fernseher und der Musikanlage im Wohnzimmer? „Im Zweifel ist es besser, die eine oder andere Steckdose mehr einzuplanen – das kostet nur wenige Euro zusätzlich und ermöglicht später mehr Komfort, Flexibilität und Sicherheit bei allen elektrischen Anwendungen,“ so Zander.

Mehr Steckdosen für mehr Sicherheit

Außerdem empfiehlt die Initiative den Einbau von Installationsrohren, durch die sich später ohne erneute Stemm- und Verputzarbeiten weitere Leitungen ziehen lassen, falls sich die Nutzungsgewohnheiten der Bewohner ändern. Keinesfalls sollte der Standard unter der Mindestausstattung nach DIN-Norm 18015 angesetzt werden. Eine gute Planungshilfe sind die 1-, 2- und 3-Sterne-Ausstattungswerte nach der Richtlinie RAL-RG 678, die unter www.elektro-plus.com abgerufen werden können.

Diese sieht zum Beispiel für eine mittlere Ausstattung in der Küche zehn Steckdosen vor, die über der Arbeitsfläche als Zweifach-Dose ausgeführt sein sollen. In einem bis zu 20 Quadratmeter großen Wohnzimmer sind acht Steckdosen das Minimum für zeitgemäßen Standard.

Belastungsgrenze unbedingt beachten

Wer dennoch eine Steckdosenleiste einsetzen muss, für den hat ELEKTRO+ folgende Tipps: Auf ein dickes Anschlusskabel und das VDE-Prüfsiegel achten und am besten auf die Angebote von Markenherstellern zurückgreifen. Keinesfalls mehrere Steckdosenleisten hintereinander schalten. Das stellt eine erhebliche Gefahr dar, denn die Wattzahlen der angeschlossenen Geräte addieren sich. So kommt es schnell zu einem sehr hohen Stromfluss, der die zulässige Belastungsgrenze der direkt hinter der Wandsteckdose geschalteten Steckdosenleiste übersteigt. Schnell drohen hier Überhitzung und Brandgefahr. Insbesondere dort, wo die mobilen Steckdosen empfindliche elektronische Geräte mit Strom versorgen, sollte eine Ausführung mit integriertem Überspannungsschutz ein- gesetzt werden. Dieser so genannte Endgeräteschutz schützt die teure Elektronik aber nur dann zuverlässig vor einer Überspannung, zum Beispiel nach einem Blitzeinschlag in der näheren Umgebung, wenn er Teil eines professionell installierten dreistufigen Schutzkonzeptes ist. „Fehlen die beiden vorgeschalteten Überspannungsschutzeinrichtungen am elektrischen Hausanschlusskasten und im Stromkreisverteiler, ist die ankommende Spannung noch viel zu hoch“, so Zander. Empfindliche Geräte sind dann trotz Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz nicht gesichert.

Weitere Tipps zur Elektroplanung in Haus und Wohnung unter www.elektro-plus.com

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