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Wirkungsweise von Überspannungsschutzeinrichtungen

Der Überspannungsschutz funktioniert wie folgt: Im Überspannungsfall wird ein elektrisches Gerät einer hohen Potentialdifferenz* ausgesetzt, die dieses zerstören kann und die daher ausgeglichen werden muss. Dies geschieht durch schnelles und kurzzeitiges Verbinden aller Leiter durch die Überspannungsschutzeinrichtung. Durch diesen Vorgang nimmt das Gerät nun ein gleiches Potential an und wird geschützt.

Elektrische und elektronische Geräte besitzen eine definierte Spannungsfestigkeit. Für elektronische Geräte liegt diese Spannungsfestigkeit für die Stromversorgung mindestens bei 1.500 Volt. Geeignete Überspannungsschutzgerätegleichen die Potentialunterschiede aus und begrenzen die Überspannung auf einen Wert von unter 1.500 Volt.

Geräte, die zwei unterschiedliche Anschlüsse besitzen, z. B. Fernseher, DSL-Router, Steuerungen von Heizungsanlagen, sind einer besonderen Gefahr ausgesetzt. Diese Geräte besitzen sowohl eine Stromversorgung als auch einen Schwachstromanschluss (Datenanschluss, Antennenanschluss, Fühlerleitungen). Letztgenannte Anschlüsse müssen besonders geschützt werden, da die Spannungsfestigkeit dieser Eingänge sehr gering ist. Deshalb ist es erforderlich, alle Anschlüsse eines Gerätes zu berücksichtigen. Es ist zu empfehlen ein abgestimmtes Schutzkonzept umzusetzen.

* Die Potentialdifferenz beschreibt die elektrische Spannung zwischen zwei Punkten.

Überspannungschutzgerät
Ein Überspannungschutzgerät (SPD = Surge Protective Device) schützt empfindliche Geräte, wie z. B. den PC, vor Überspannungsschäden
Schutzkreis Überspannungen
Schutzkreis Überspannungen: Die Grafik beschreibt anschaulich den Überspannungsschutzkreis einer Anlage oder eines Gerätes. An allen vorhandenen Schnittstellen werden Überspannungsschutzgeräte installiert, die den Nenndaten der jeweiligen Stromkreisart bzw. der Schnittstelle des zu schützenden Gerätes entsprechen.

Stecker ziehen ist keine Lösung!

Häufig wird behauptet, dass das Herausziehen aller Stecker im Haus vor einem Gewitter eine effektive Maßnahme zur Schadensvermeidung wäre. Diese Aussage ist aus drei Gründen nicht zielführend:

  • Eine solche Maßnahme erfordert die Anwesenheit einer Person, was natürlich nicht immer gewährleistet werden kann.
  • In den meisten Haushalten gibt es Datenanschlüsse oder auch festangeschlossene Verbraucher, wie z. B. Wärmepumpen oder Durchlauferhitzer, die nicht einfach vom Netz getrennt werden können.
  • Eine gefährliche Überspannung aufgrund eines Schaltvorgangs tritt, anders als ein Gewitter, plötzlich auf und ist damit nicht vorhersehbar.
E | Handwerk

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